Forschung am Institut für Medizinische Informatik

Die Schwerpunkte der Forschung am Institut für Medizinische Informatik sind:

  • linguistische Verarbeitung von medizinischen Freitexten
  • Entwicklungen zu bildgestützten Biomarkern
  • Entwicklung und Erprobung von Service-Plattformen

Sie befinden sich hier:

Forschungsschwerpunkte

Am Institut für Medizinische Informatik werden fächerübergreifend Systeme zur Unterstützung von Diagnostik und Therapie entwickelt.

Gegenwärtige Schwerpunkte sind

  • die linguistische Verarbeitung von medizinischen Freitexten mit automatischer Zuordnung semantischer Interpretation
  • Entwicklungen zur Erzeugung und Berechnung neuartiger quantitativer bildgestützter Biomarker sowie
  • die Entwicklung und Erprobung von Service-Plattformen für den Gesundheitsbereich zur Vernetzung zwischen Patienten, Patientinnen und behandelndem Ärzteteam

MACSS-Projekt

Das Projekt MACSS Medical All-round Care Service Solutions ermöglicht die digitale Kommunikation zwischen Patienten und behandelnden Ärzten. Es geht um die Entwicklung und Erprobung einer Service-Plattform für den Gesundheitsbereich, die den Datenaustausch und die Vernetzung zwischen Patienten und behandelnden Ärzten ermöglicht. Hierzu sollen Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und analysiert werden.
Per App, die alle Vitaldaten des Patienten aufzeichnet und über eine sichere Schnittstelle mit dem Versorgungszentrum in der Fachklinik verbunden ist, soll Ärzten auch zwischen den Visiten Patienteninformationen bereitgestellt und damit zeitnahe Änderungen in der Therapie veranlasst werden können. Die Plattform soll zunächst prototypisch bei der Nachbehandlung von Patienten mit Nierentransplantationen erprobt werden. Diese Gruppe steht stellvertretend für andere Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen.

Magnetresonanzelastografie

Die Magnetresonanzelastografie (MRE) ist eine aufstrebende, nicht invasive Technik zur quantitativen Bestimmung von mechanischen Gewebeeigenschaften. Das Verfahren kann als nicht invasives Gegenstück zum klassischen Tastbefund angesehen werden. Dessen Erfolg beruht auf der Tatsache, dass mechanische Eigenschaften von Geweben oftmals deutliche Veränderungen aufgrund von Erkrankungen erfahren. Die MRE basiert auf drei zentralen Schritten: (1) der Erzeugung niederfrequenter Scherwellen in Gewebe, (2) der Kodierung der resultierenden harmonischen Gewebebewegungen in die Phase des MR Signals und (3) die Berechnung ortsaufgelöster Karten elastischer Gewebekenngrößen aus den akquirierten Phasenbildern.

Die Arbeitsgruppe MRE der Charité trägt seit Jahren mit grundlegenden technischen und methodischen Neuerungen sowie der Anwendung an neue Krankheitsbilder zur Entwicklung des neuen Bildgebungsverfahrens bei. Die MRE wird klinisch bereits zur Graduierung von Leberfibrose eingesetzt. Kürzlich erfolgte die Anwendung bei neurodegenerativen Erkrankungen. Da auch druckbezogene Größen mit der MRE ermittelt werden können, kann sie beispielsweise auch zur Beurteilung der Herzfunktion verwendet werden. Weiterhin wird das Potential der MRE bei Erkrankungen von Lunge, Skelettmuskulatur, Brustgewebe, Nieren und Prostata untersucht.

Berliner Forschungsplattform Gesundheit (BFG)

Das Konsortialprojekt "Berliner Forschungsplattform Gesundheit" soll Beteiligten aus Wissenschaft und Wirtschaft innovative informationstechnologische, linguistische und methodische Instrumente für die Konzeption, Planung und Durchführung von Forschungsprojekten, klinischen Studien und Qualitätsmanagement bereitstellen.

Das Gesamtziel des Projekts Berliner Forschungsplattform Gesundheit (BFG) ist die Entwicklung von Methoden und IT-Lösungen zur Unterstützung der klinischen Forschung. Insbesondere sollen für die forschenden klinischen Abteilungen die bereits vorhandenen klinischen Routinedaten effizient aufbereitet zur Verfügung gestellt werden. Schwerpunkte des Projektes liegen im Aufbau von Plattformsystemen in Krankenhäusern zur Unterstützung ihrer klinischen Forschung. Die Nutzung von strukturiert vorliegenden Daten soll durch die semantische Erschließung und Aufbereitung von klinischen Freitexten erweitert werden. Der Datenschutz von patientenbezogenen Daten genießt dabei selbstverständlich höchste Priorität und ist von Beginn des Projekts an ein entscheidendes Arbeitsfeld.

Publikationen

Hier finden Sie die aktuellsten Publikationen des Instituts für Medizinische Informatik.